Allgemeine Einkaufsbedingungen

§1 Ausschließliche Geltung
(1) Wir bestellen nur zu unseren Einkaufsbedingungen; unsere Einkaufsbedingungen gelten ausschließlich. Anderslautende Vertragsbedingungen des Vertragspartners (im folgenden Lieferant genannt) gelten nur, wenn sie von uns ausdrücklich und schriftlich anerkannt worden sind.
(2) Diese Allgemeinen Einkaufsbedingungen (AEB) gelten nur gegenüber Unternehmern, juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtlichen Sondervermögen im Sinne von § 310 Abs. 1 BGB.
(3) Diese Einkaufsbedingungen gelten auch für alle zukünftigen Geschäfte zwischen den Parteien. Die Annahme von Waren bzw. Leistungen des Lieferanten oder deren Bezahlung bedeutet keine Zustimmung, selbst wenn die Annahme oder Bezahlung in Kenntnis entgegenstehender oder ergänzender Vertrags-bedingungen des Lieferanten erfolgt. Gleichermaßen werden etwaige früher vereinbarte, diesen AEB´s entgegenstehende oder sie ergänzende Vertrags-bedingungen des Lieferanten nicht länger anerkannt.
(4) Diese Bedingungen gelten für alle Unternehmen der Prüftechnik Gruppe und werden im Folgenden nur noch als Prüftechnik benannt.

§2 Vertragsabschluss
(1) Alle Angebote sind verbindlich und für uns kostenlos und unverbindlich. Erstellt der Lieferant aufgrund einer Anfrage von Prüftechnik ein Angebot, so hat er sich dabei genau an die in unserer Anfrage enthaltenen Vorgaben zu halten und auf etwaige Abweichungen hiervon ausdrücklich und klar ersichtlich hinzuweisen.
(2) Lieferscheine, Frachtbriefe, Rechnungen sowie sämtliche Korrespondenz haben die Bestellnummer von Prüftechnik zu enthalten. Angebote des Lieferanten sind mit unserer Anfrage-Nr. zu versehen.
(3) Bestellungen, Vereinbarungen, Änderungen und mündliche Nebenabreden sind nur verbindlich, wenn sie durch uns schriftlich bestätigt werden.
(4) Der Lieferant ist verpflichtet, diese Bestellung innerhalb angemessener Frist, längstens jedoch innerhalb einer Frist von einer Woche anzunehmen. Andernfalls ist Prüftechnik berechtigt, die Bestellung kostenfrei zu stornieren. Eine Bestellung von Prüftechnik gilt spätestens 3 Arbeitstage nach deren Versand als zugegangen.
(5) Prüftechnik kann Änderungen des Liefer-gegenstandes auch nach Vertragsabschluss verlangen, soweit dies für den Lieferanten, insbesondere unter Berücksichtigung etwaiger Mehr- oder Minderkosten sowie Liefertermine, zumutbar ist.


§3 Preise, Zahlungsbedingungen

(1) Der in der Bestellung ausgewiesene Preis ist bindend und stellt einen Festpreis dar. Eventuelle Preisanpassungsklauseln o.ä. sind unwirksam. Der Preis versteht sich zzgl. der jeweils gültigen Mehrwertsteuer.
(2) Für die Berechnung und Zahlung ist nur das von uns festgestellte Gewicht bzw. Mengen oder sonstige der Lieferung zu Grunde liegenden Einheiten sowie die vereinbarten Preise maßgebend.
(3) Soweit in den Bestellungen nichts Abweichendes vereinbart ist, erfolgt die Zahlung innerhalb von 14 Tagen mit 3 % Skonto oder nach 30 Tagen ohne Abzug nach vertragsgemäßem Wareneingang bzw. ordnungsgemäßer Erbringung der Leistung und Zugang einer ordnungsgemäßen und prüffähigen Rechnung. Rechnungen ohne Angabe der vollständigen Bestellnummer kann Prüftechnik als ungültig zurückweisen. Maßgeblich für den Beginn vereinbarter Zahlungsfristen ist dann der Eingang einer entsprechend berichtigten Rechnung. Im Falle mangelhafter Lieferung beginnt die Frist nicht vor einer mangelfreien Lieferung. Weitere Ansprüche bleiben unberührt.
(4) Rechnungen sind vollständig, d.h. einschließlich aller dazugehörigen Unterlagen und unter Angabe einer eindeutigen Rechnungsnummer und unserer Bestellnummer nach erfolgter Lieferung in ordnungsgemäßer Form und in zweifacher Ausfertigung einzureichen.
(5) Zahlungen stellen kein Anerkenntnis der Richtigkeit der Rechnung und/oder der Vertragsmäßigkeit der Leistung dar. Der Zahlungszeitpunkt hat auf die uns zustehenden Rüge- und Mängelrechte keinen Einfluss.
(6) Leistet Prüftechnik auf seine Bestellungen Anzahlungen oder Vorauszahlungen, so sind wir jederzeit berechtigt, von dem Lieferanten eine Bankbürgschaft [nach unserem Text] zu verlangen.
(7) Der Lieferant ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung nicht berechtigt, seine Forderungen gegen Prüftechnik abzutreten oder durch Dritte einziehen zu lassen. Bei Vorliegen eines verlängerten Eigentumsvorbehalts gegenüber einem Unter-lieferanten gilt die Zustimmung als erteilt.

§4 Aufrechnung, Zurückbehaltung
(1) Prüftechnik ist berechtigt, mit und gegen fällige und nicht fällige, auch künftige Forderungen aufzurechnen, die der Prüftechnik oder denjenigen inländischen Gesellschaften, an denen Prüftechnik unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, gegen den Lieferanten zustehen bzw. die der Lieferant gegen eine dieser Firmen hat.

§5 Qualität
(1) Der Lieferant verpflichtet sich, die permanente Qualitätssicherung seiner Ware durch Anwendung eines geeigneten Qualitätssicherungssystems, z.B. DIN EN ISO 9001 ff oder gleichwertiger Art bzw. sonst geeignete Qualitätsprüfungen und -kontrollen während und nach der Fertigung seiner Waren zu gewährleisten. Über diese Prüfung hat er eine Dokumentation zu erstellen und diese für min. 10 Jahre aufzubewahren.
(2) Vertragsspezifikationen technischer und sonstiger Art bezüglich zu erbringender Lieferungen oder Leistungen stellen eine jeweils vereinbarte Beschaffenheit dar; dies gilt auch für eine Beschreibung des Lieferumfangs sowie für eine Zeichnung. Eine Änderung vereinbarter Spezifikationen hat einvernehmlich und schriftlich zu erfolgen. Der Lieferant hat die Spezifikationen zu überprüfen und eventuell notwendige Änderungen oder Abweichungen Prüftechnik unverzüglich mitzuteilen.
(3) Soweit Bescheinigungen über Materialprüfungen vereinbart sind, bilden sie einen wesentlichen Bestandteil der Lieferung und müssen zusammen mit der Ware an Prüftechnik übersendet werden.
(4) Soweit Prüftechnik dies für erforderlich hält, wird Prüftechnik mit dem Lieferanten eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung abschließen.
(5) Der Lieferant steht dafür ein, dass die Lieferung/Leistung dem neuesten Stand der Technik, den Vorschriften über die technische Sicherheit, den Arbeits- und Umweltschutz in den einschlägigen Gesetzen, Verordnungen und Bestimmungen von Behörden und Fachverbänden sowie den besonderen vertraglichen Vereinbarungen entspricht. Sind im Einzelfall Abweichungen von diesen Vorschriften notwendig, so muss der Lieferant hierzu unsere schriftliche Zustimmung einholen; etwaige Ansprüche von Prüftechnik werden hierdurch nicht berührt. Hat der Lieferant Bedenken gegen die von Prüftechnik gewünschte Art der Ausführung, so hat er diese Prüftechnik unverzüglich schriftlich mitzuteilen.
(6) Der Lieferant schuldet Bevorratung von Ersatzteilen für die Waren für den Zeitraum der erfahrungsgemäßen Lebensdauer der Ware. Im Falle von auf die Waren bezogenen Produktänderungen und/oder Produktabkündigungen, ist der Lieferant verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Weiterbelieferung zu ergreifen und uns unverzüglich nach eigener Kenntniserlangung darüber zu informieren.
(7) Der Lieferant muss Änderungen betreffend:
a.    Liefergegenstand
b.    Materialien
c.    Werkzeugen oder Prozesse in der Fertigung
d.    Testmethoden und -equipment
e.    Änderung der Produktionsstätte
unaufgefordert anzeigen, soweit die Änderung für Prüftechnik von Bedeutung sein kann. Die Änderung setzt unsere schriftliche Zustimmung voraus.
(8) Zu diesem Zweck hat sich der Lieferant regelmäßig bei seinen Vorlieferanten nach geplanten Produktänderungen/-abkündigungen zu erkundigen, uns über mögliche Alternativprodukte zu unterrichten und uns die diesbezüglichen Datenblätter, Muster, etc. unaufgefordert zur Verfügung zu stellen. Ab Eingang einer Änderungs-/Abkündigungsmitteilung erhalten wir noch mindestens sechs Monate die Option, eine letzte Bestellung zu den zum Zeitpunkt des Eingangs der Änderungs-/Abkündigungsmitteilung geltenden Konditionen bei dem Lieferanten zu platzieren. Verletzt der Lieferant diese Pflicht, ist er uns zum Ersatz eines hierdurch entstehenden Schadens verpflichtet.
(9) Teilt Prüftechnik dem Lieferanten den Einsatzzweck für die zu liefernde Ware mit, so sichert der Lieferant die Eignung seiner Lieferung und Leistung für diesen Zweck zu.
(10) Prüftechnik hat das Recht, sich im angemessenen Umfang beim Lieferanten vor Ort nach Voranmeldung über die Einhaltung der Qualitätsvorschriften und das Qualitätsmanagementsystem zu informieren und in entsprechende Unterlagen Einsicht zu nehmen. Der Lieferant wird Prüftechnik hierbei im erforderlichen Umfang unterstützen, Unterlagen zur Verfügung stellen und Auskünfte erteilen.


§6 Warenausgangskontrolle, Verpackung, Versan
d
(1) Der Lieferant führt eine Warenausgangskontrolle im Hinblick auf Mängel der Waren durch.
(2) Die Waren sind so zu verpacken, dass Transportschäden vermieden werden. Verpackungs-material muss umweltfreundlich sein und ist nur in dem jeweils erforderlichen Umfang zu verwenden. Die ordnungsgemäße Entsorgung des Verpackungs-materials ist Aufgabe des Lieferanten und erfolgt zu seinen Lasten; im Übrigen richtet sich die Rücknahmeverpflichtung für Verpackungsmaterial nach den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen. Werden Prüftechnik ausnahmsweise Verpackungen gesondert in Rechnung gestellt, so sind wir berechtigt, Verpackungen, die sich in gutem Zustand befinden, gegen Erstattung von 2/3 des in der Rechnung genannten Betrages frachtfrei an den Lieferanten zurückzusenden. Für Beschädigungen in Folge mangelhafter Verpackung haftet der Lieferant.
(3) Alle Lieferungen erfolgen gemäß INCOTERMS®2010 DAP an die in der Bestellung angegebene Versandanschrift.
(4) Sofern im Einzelfall von DAP oder DDP (INCOTERMS®2010) abweichende Liefer-bedingungen vereinbart wurden ist der von Prüftechnik zu benennende Hausspediteur zu beauftragen.
(5) Der Lieferant trägt die Sachgefahr bis zur Annahme der Ware durch uns oder unseren Beauftragten an dem Ort, an den die Ware auftragsgemäß zu liefern ist.
(6) Prüftechnik behält sich die Anerkennung von Mehr- oder Minderlieferungen vor. Sollten Sie unvermeidbar sein, so ist der Lieferant verpflichtet uns darüber vorab zu informieren und bedarf unserer Anerkennung.

§7 REACH, CLP, RoHS, Conflict Minerals
(1) Der Lieferant hat zudem in eigener Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass die Waren den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 („REACH-Verordnung“) zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe in der jeweils geltenden Fassung entsprechen. Insbesondere sind die in den Waren enthaltenen Stoffe, soweit unter den Bestimmungen der REACH-Verordnung erforderlich, vorregistriert bzw. registriert. Der Lieferant stellt uns entsprechend den Bestimmungen der REACH-Verordnung Sicherheitsdatenblätter und weitergehende erforderliche Informationen unaufgefordert zur Verfügung. Insbesondere sind Beschränkungen und/oder Verbote von Stoffen bzw. Verwendungen und etwaige Gehalte von Stoffen auf der Kandidatenliste (SVHC) zu beachten und mitzuteilen.
(2) Chemische Rohstoffe sind nach der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 („CLP-Verordnung“) einzustufen, zu etikettieren und zu verpacken.
(3) Der Lieferant hat zudem in eigener Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass die von ihm zu liefernden Waren oder Teile davon uneingeschränkt den Anforderungen der Richtlinie 2011/65/EU („RoHS“) in der jeweils geltenden Fassung sowie den in Umsetzung dieser Richtlinie innerhalb der Europäischen Union erlassenen nationalen Vorschriften entsprechen und für RoHS-konforme Fertigungsprozesse geeignet sind.
(4) Der Lieferant stellt sicher, dass er keine Materialien oder Produkte liefert, die Zinn, Tantal, Wolfram und Gold beinhalten und in den Konfliktminen der Demokratischen Republik Kongo oder ihren Nachbarstaaten gewonnen wurden.

§8 Liefertermine, Lieferverzug
(1) Alle in der Bestellung genannten oder anderweitig vereinbarten Liefertermine und Fristen sind bindend. Lieferungen dürfen weder zu früh noch zu spät erfolgen. Der Lieferant gerät bei Versäumung eines festen Liefertermins mit der Lieferung in Verzug, ohne dass es einer Mahnung bedarf. Maßgebend für die Einhaltung des Liefertermins ist der Eingang der Ware bzw. die ordnungsgemäße Erfüllung der Leistung bei der von Prüftechnik genannten Empfangs- bzw. Verwendungsstelle. Sofern eine Abnahme erforderlich ist, ist die erfolgreiche Abnahme maßgebend.
(2) Bei früherer Anlieferung als vereinbart, darf Prüftechnik wahlweise die Ware auf Kosten des Lieferanten zurücksenden oder die Ware bis zum vereinbarten Liefertermin auf Kosten und Gefahr des Lieferanten einlagern. Eine vorzeitige Lieferung lässt einen etwaigen Fälligkeitstermin unberührt. Der Lieferant trägt das Beschaffungsrisiko, soweit nicht anderweitig vereinbart.
(3) Erkennt der Lieferant Schwierigkeiten hinsichtlich der Fertigung, Vormaterialversorgung, der Einhaltung des Liefertermins oder ähnlicher Umstände, die ihn an der termingerechten Lieferung oder an der Lieferung in der vereinbarten Qualität hindern könnten, unabhängig aus welchem Grund, sind wir unverzüglich mündlich und schriftlich über die Nichteinhaltung des Termins sowie über die voraussichtliche Dauer der Verzögerung zu unterrichten. Teillieferungen akzeptiert Prüftechnik nur nach ausdrücklicher schriftlicher Vereinbarung. Ist eine Teillieferung vereinbart, hat der Lieferant die verbleibende Restmenge der Ware aufzuführen.
(4) Im Falle des Verzuges des Lieferanten sind wir nach erfolglosem Ablauf einer dem Lieferanten gesetzten Nachfrist berechtigt, vom Vertrag zurückzutreten sowie Schadensersatz statt der Leistung zu verlangen. Weitergehende gesetzliche Ansprüche bleiben unberührt.
(5) Gerät der Lieferant in Lieferverzug, sind wir berechtigt, eine Vertragsstrafe in Höhe von 0,3 % der Gesamtauftragssumme pro Werktag, um den der Liefertermin überschritten wird, höchstens jedoch 5 % der Gesamtauftragssumme neben der Erfüllung, zu verlangen. Prüftechnik ist berechtigt, die Vertragsstrafe bis zur Zahlung der Schlussrechnung geltend zu machen; § 341 Abs. 3 BGB ist insoweit abbedungen. Der Nachweis, dass Prüftechnik ein geringerer oder kein Schaden entstanden ist, bleibt dem Lieferanten ausdrücklich vorbehalten. Die Geltendmachung eines weitergehenden Schadens ist dadurch nicht ausgeschlossen.
(6) Im Fall der vorbehaltslosen Annahme der verspäteten Lieferung oder Leistung behält sich Prüftechnik ausdrücklich die spätere Geltendmachung der Rechte nach Ziffer (5) vor. Die vorbehaltslose Annahme der verspäteten Lieferung enthält auch keinen Verzicht auf die Prüftechnik zustehenden sonstigen Ersatzansprüche.
(7) Soweit der Lieferant zur Einhaltung der Termine absehbar dauerhaft nicht im Stande ist, ist er nach Setzung einer angemessenen Frist auf Verlangen von Prüftechnik verpflichtet, alle zur Fertigung erforderlichen Werkzeuge/Vorrichtungen heraus-zugeben, so dass Prüftechnik für die Dauer der Verhinderung die Waren selbst oder durch einen Dritten fertigen kann. Die Kosten der Verlagerung trägt der Lieferant, soweit er den Verzug zu vertreten hat. Ansprüche des Lieferanten wegen der Verlagerung sind ausgeschlossen.
(8) Auf das Ausbleiben notwendiger, von Prüftechnik zu liefernder Unterlagen kann sich der Lieferant nur berufen, wenn er die Unterlagen schriftlich angemahnt und nicht innerhalb einer angemessenen Frist erhalten hat.

§9 Höhere Gewalt
(1) Alle Ereignisse höherer Gewalt berechtigen jeden Vertragspartner, die Erfüllung übernommener Verpflichtungen entsprechend der Dauer der Verhinderung durch höhere Gewalt hinauszuschieben oder, wenn die Ausführung des Vertrages ganz oder teilweise unzumutbar wird, insoweit vom Vertrag zurückzutreten, ohne dass dem anderen Vertragspartner hieraus Schadensersatzansprüche entstehen.
(2) Jeder Vertragspartner kann sich nur dann auf höhere Gewalt berufen, wenn er die andere Partei unverzüglich über deren Eintritt und voraussichtliche Zeitdauer benachrichtigt hat. Unterbleibt die Benachrichtigung oder erfolgt sie verspätet und hat der Lieferant das Unterbleiben oder die Verspätung der Benachrichtigung verschuldet, so hat er den Schaden zu ersetzten, der bei rechtzeitiger Mitteilung noch hätte abgewendet werden können.
(3) Als höhere Gewalt gelten alle Ereignisse, die unerwartet auftreten und von keiner der Parteien schuldhaft herbeigeführt wurden, insbesondere Naturkatastrophen, Feuer, Blitzschlag, Explosionen, Gift- oder Gasaustritt, Überschwemmung, allgemeine Versorgungsstörungen, kriegerische, terroristische oder vergleichbare Einwirkungen, Arbeitskämpfe im eigenen oder in fremden Betrieben sowie staatliche Eingriffe. Der höheren Gewalt stehen gleich, schwere Betriebsstörungen, die eine Einschränkung oder Einstellung des Betriebes herbeiführen, und sonstige Umstände, die die Erfüllung von Verpflichtungen wesentlich erschweren oder unmöglich machen, unabhängig davon, ob sie bei einem Vertragspartner oder bei Dritten eintreten, soweit sie vom Vertragspartner oder dem Dritten nicht zu vertreten sind.
(4) Der Lieferant verpflichtet sich, Prüftechnik unaufgefordert ein geeignetes Notfallkonzept für den Eintritt der unter Ziffer (3) genannten Beispiele vorzuweisen.

§10 Haftung, Gewährleistung
(1) Soweit nicht an anderer Stelle dieser AEB eine andere Haftungsregelung getroffen ist, haftet der Lieferant nach den gesetzlichen Bestimmungen.
(2) Der Lieferant verpflichtet sich, bei seinen Lieferungen und Leistungen sowie bei Zulieferungen oder Nebenleistungen Dritter im Rahmen des wirtschaftlich und technisch Möglichen, umweltfreundliche Produkte und Verfahren einzusetzen. Der Lieferant haftet für die Umweltverträglichkeit der gelieferten Produkte und Verpackungsmaterialien sowie für alle Folgeschäden, die durch die Verletzung seiner gesetzlichen Entsorgungspflichten entstehen. Auf Verlangen von Prüftechnik wird der Lieferant uns ein Beschaffenheitszeugnis für die gelieferte Ware ausstellen.
(3) Die gesetzlichen Gewährleistungsansprüche stehen uns uneingeschränkt zu. Insbesondere ist Prüftechnik berechtigt, nach unserer Wahl Beseitigung des Mangels oder Lieferung einer mangelfreien Sache bzw. Schadensersatz zu verlangen. Insbesondere ist ein vom Lieferant in seinen Verkaufs-AGB eventuell vorgesehener Ausschluss von Schadensersatz- oder sonstigen Ansprüchen wegen leichter Fahrlässigkeit und grober Fahrlässigkeit unter anderem von Erfüllungsgehilfen auf Ersatz von mittelbaren oder Mangelfolgeschäden unwirksam.
(4) Gewährleistungsansprüche wegen mangelhafter Lieferung oder Leistung verjähren nach 36 Monaten gerechnet ab dem Gefahrübergang. Gewährleistungs-ansprüche für mangelhafte Reserveteile und für Handelsware, verjähren nach 36 Monaten nach Inbetriebnahme oder nach Auslieferung an den Kunden. Für den Fall, dass Lieferteile auf Mängel untersucht oder Mängel an Lieferteilen beseitigt werden mussten und die Lieferteile daher nicht in Betrieb bleiben konnten, verlängert sich die Gewährleistungsverjährungsfrist um die Zeit der Betriebsunterbrechung. Für ausgebesserte oder neu gelieferte Teile beginnt die vorgenannte Gewährleistungsverjährungsfrist im Zeitpunkt der Beendigung der Ausbesserung bzw. der Neulieferung von Neuem.
(5) Der Lieferant gewährleistet, dass die Ware frei von Rechten Dritter geliefert wird und durch die Lieferung keine Rechte Dritter verletzt werden. Der Lieferant stellt Prüftechnik insoweit von etwaigen Ansprüchen Dritter auf erstes Anfordern frei. Ansprüche aus Rechtsmängeln verjähren gemäß §10 (4).

§11 Freistellung, Produkthaftung, Versicheru
ng
(1) Der Lieferant ist verpflichtet, uns von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bzw. von Ansprüchen Dritter, die durch Herstellung, Lieferung, Lagerung oder Verwendung der gelieferten Ware bzw. Leistung entstehen, auf erstes Anfordern freizustellen. Bei verschuldensabhängiger Haftung gilt dies nur, wenn den Lieferanten tatsächlich ein Verschulden trifft. Sofern die Schadensursache im Verantwortungs-bereich des Lieferanten verankert ist, liegt die Beweislast insoweit bei ihm. Die Freistellungs-verpflichtung gilt nicht, soweit der Anspruch auf grob fahrlässige oder vorsätzlicher Pflichtverletzung unsererseits beruht.
(2) Wird Prüftechnik wegen Verletzung behördlicher Sicherheitsvorschriften oder auf Grund in- oder ausländischer Produkthaftungsregelungen wegen einer Fehlerhaftigkeit des Produktes in Anspruch genommen, die auf die vom Lieferant gelieferte Ware zurückzuführen ist, ist Prüftechnik berechtigt, Schadensersatz zu verlangen, soweit ein etwaiger Schaden durch das von dem Lieferanten gelieferte Produkt verursacht wurde. Dieser Schadensersatz umfasst auch die Kosten einer notwendigen Rückrufaktion. Sofern ein Fehler an einem von dem Lieferanten gelieferten Teil auftritt, so wird vermutet, dass der Fehler ausschließlich im Verantwortungs-bereich des Lieferanten entstanden ist.
(3) Der Lieferant verpflichtet sich, während der Laufzeit dieses Vertrages stets eine weltweit gültige Betriebshaftpflichtversicherung mit erweiterter Produkthaftpflicht mit Aus- und Einbaukostendeckung und einer Rückrufkostenversicherung mit einer angemessenen Deckungssumme von min. 5 Millionen EUR pro Personenschaden bzw. Sachschaden abzuschließen und aufrecht zu erhalten. Die Versicherungspolice oder eine geeignete Deckungszusage des Versicherers ist uns auf Aufforderung umgehend vorzulegen. Weitergehende Schadensersatzansprüche bleiben hiervon unberührt.

§12 Mängelrüge
(1) Die Lieferung ist bis zum Ablauf von einer Woche ab dem Tag ihrer vertragsmäßigen Übergabe von uns oder hiermit beauftragten Dritten auf Identität, inhaltliche Übereinstimmung zwischen Bestellung und Lieferung, sowie offensichtliche und äußerlich erkennbare Transportschäden zu untersuchen und dem Lieferanten mitzuteilen. Eine Überprüfung der Lieferung auf Menge und Identität erfolgt durch uns ausschließlich anhand der Lieferdokumentation und der Kennzeichnung auf der äußeren Verpackung der Ware. Eine weitergehende Verpflichtung zur Durchführung einer technischen Waren-eingangsprüfung besteht nicht. Versteckte, festgestellte Mängel werden wir innerhalb von fünf Tagen nach Entdeckung anzeigen. Der Lieferant verzichtet insoweit auf den Einwand der verspäteten Mängelrüge.
(2) Sollte der Lieferant nicht innerhalb einer von uns gesetzten, angemessenen Frist mit der Nacherfüllung einer beanstandeten Lieferung beginnen, so steht Prüftechnik – unbeschadet der gesetzlichen Regelung des Selbstvornahmerechts in § 637 BGB – in dringenden Fällen, insbesondere zur Abwehr einer akuten Gefahr von erheblichen Schäden, das Recht zu, diese auf Kosten des Lieferanten selbst vorzunehmen oder von dritter Seite vornehmen zu lassen. Die Lieferung einer mangelfreien Sache oder eines mangelfreien Werks durch Dritte ist in einem solchen Fall nur zulässig, wenn dies unter Abwägung der beiderseitigen Interessen gerechtfertigt erscheint.
(3) Ist die Nacherfüllung durch den Lieferanten fehlgeschlagen oder für uns unzumutbar (z.B. wegen besonderer Dringlichkeit, Gefährdung der Betriebssicherheit oder drohendem Eintritt unverhältnismäßiger Schäden), bedarf es keiner Fristsetzung; von derartigen Umständen wird Prüftechnik den Lieferanten unverzüglich, nach Möglichkeit vorher, unterrichten.

§13 Schutzrechte
(1) Der Lieferant sichert zu, dass sämtliche Lieferungen frei von Schutzrechten Dritter sind und insbesondere, dass durch die Lieferung und Benutzung der Liefergegenstände Patente, Lizenzen oder sonstige Schutzrechte Dritter innerhalb Deutschlands nicht verletzt werden. Sofern dem Lieferanten bekannt ist, dass seine Produkte von Prüftechnik auch in Ländern außerhalb Deutschlands vertrieben werden, gilt vorstehendes auch für jene Länder.
(2) Der Lieferant stellt Prüftechnik und Kunden von Prüftechnik von Ansprüchen Dritter aus etwaigen Schutzrechtsverletzungen frei und trägt alle Kosten, die Prüftechnik in diesem Zusammenhang entstehen.
(3) Prüftechnik ist berechtigt auf Kosten des Lieferanten die Genehmigung zur Benutzung der betreffenden Liefergegenstände und Leistungen vom Berechtigten zu bewirken.
(4) Die Arbeitsergebnisse – das sind alle von Prüftechnik und/oder dem Vertragspartner von Prüftechnik im Rahmen der Erfüllung dieses Vertrages erzielten Ergebnisse – gehören Prüftechnik mit dem Recht zur beliebigen Benutzung und Verwertung. Dies gilt auch und insbesondere für Erfindungen, die nach dem Patentgesetz und/oder dem Gebrauchsmustergesetz geschützt werden können, und für Arbeitsergebnisse, die durch Urheberrechte geschützt sind.
(5)    Soweit die Arbeitsergebnisse in Berichten, Datenträgern, Rohdaten, Mustern und sonstigen Unterlagen verkörpert sind, gehen diese mit der Entstehung in das unbeschränkte Eigentum von Prüftechnik über. Der Vertragspartner von Prüftechnik wird sie bis zur Übergabe an Prüftechnik für Prüftechnik verwahren.
(6)    Jedenfalls wird der Vertragspartner die Berichte, Datenträger, Rohdaten, Muster und sonstigen Unterlagen die Arbeitsergebnisse verkörpern bei Beendigung des Vertrages Prüftechnik übereignen und übergeben.
    
§14 Werkzeuge, Zeichnungen, sonstige Unterlagen

(1) Stellt der Lieferant zur Durchführung des Vertrages auf unsere Kosten Werkzeuge, Schablonen, Matrizen, Messinstrumente, Vorrichtungen, Formen, Muster und verbundene Software, Zeichnungen und sonstige zugehörige Dokumentation („Werkzeuge“) her oder werden diese von Prüftechnik dem Lieferanten überlassen, so besteht Einigkeit darüber, dass diese Werkzeuge nach deren Zahlung in unser Eigentum übergehen. Die Übergabe wird dadurch ersetzt, dass der Lieferant berechtigt ist, die Werkzeuge bis zur Durchführung des Vertrages leihweise zu behalten. Der Lieferant hat die Werkzeuge gegen Feuer, Wasser, Diebstahl, Untergang und weitere Schäden zum Wiederbeschaffungswert auf eigene Kosten zu versichern. Er ist verpflichtet, etwaige erforderliche Wartungs- und Inspektionsarbeiten auf eigene Kosten rechtzeitig durchzuführen. Etwaige Störfälle hat er uns sofort anzuzeigen. Etwaige Schadens-ersatzansprüche von uns bleiben unberührt. Der Lieferant ist ohne unsere Zustimmung nicht berechtigt, diese Werkzeuge zur Durchführung anderer Aufträge von dritten Bestellern zu verwenden oder zu verkaufen. Er ist auf unser Verlangen verpflichtet, die Werkzeuge nach Durchführung des Vertrages an uns herauszugeben. Wir sind berechtigt, diese Werkzeuge im Betrieb des Lieferanten jederzeit zu besichtigen, und der Lieferant gewährt uns hierfür Zutritt.
(2) Diese Werkzeuge dürfen ohne unsere schriftliche Zustimmung nicht entsorgt oder verschrottet werden.
(3) Des Weiteren verweisen wir auf unsere weiteren gesonderten Bedingungen in unseren Werkzeug-verträgen.
(4) Wir behalten uns alle Rechte an Zeichnungen und Erzeugnissen vor, die nach unseren Angaben gefertigt wurden sowie an Verfahren, die von uns entwickelt wurden.
(5) Der Lieferant gewährt Prüftechnik die unwiderrufliche Option, Besitz und Eigentum von Werkzeugen, die notwendig und speziell für die Herstellung der Waren sind („Notwendige Werkzeuge“), gegen Bezahlung deren gegenwärtigen Wertes abzüglich der Beträge, die Prüftechnik bereits dem Lieferanten bezahlt hat oder die über den Warenpreis amortisiert sind, zu erlangen. Diese Option besteht nicht, wenn der Lieferant die Notwendigen Werkzeuge für die Herstellung seiner sonstigen Standardprodukte benötigt.
(6) Der Lieferant wird Prüftechnik mit allen technischen Informationen ausstatten, die Prüftechnik zur Installation, Montage und anderweitigen Verwendung der Notwendigen Werkzeuge benötigt. Technische Informationen beinhalten Konstruktions-, Baugruppen- und Installationszeichnungen und sonstige technische Dokumentation, Testprotokolle und Ergebnisse, Daten und andere Informationen, die sich auf Waren und Werkzeuge beziehen. Technische Informationen können durch Prüftechnik ohne Einschränkung vorbehaltlich der Patent- oder Schutzrechte des Lieferanten gebraucht und veröffentlicht werden. Konstruktions- oder Produktinformationen, die einem geistigen Eigentumsrecht des Lieferanten unterliegen, können durch Prüftechnik nur für eigene Zwecke verwendet werden.


§15 Eigentumsvorbehalt, Beigestelltes Eigentum
(1) Eigentumsvorbehalte des Lieferanten, die über den einfachen Eigentumsvorbehalt hinausgehen, bestehen nicht.
(2) Beigestelltes Eigentum (z.B. von uns gelieferte Produkte zum Einbau in die zu liefernden Waren), welche wir dem Lieferanten überlassen, bleiben ebenso in unserem uneingeschränkten Eigentum wie dem Lieferanten im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss oder der Vertragsabwicklung überlassene Werkzeuge aus §14 (1).
(3) Beigestelltes Eigentum ist deutlich als Eigentum von Prüftechnik zu kennzeichnen und sicher und getrennt vom Eigentum des Lieferanten aufzubewahren. Der Lieferant hat Beigestelltes Eigentum auf eigene Kosten in gutem Zustand zu erhalten und wenn nötig zu ersetzten. Der Lieferant trägt die Gefahr für Beigestelltes Eigentum, solange es sich im Gewahrsam oder unter der Kontrolle des Lieferanten befindet; der Lieferant hat es auf seine Kosten in einer Höhe zu versichern, die den Wieder-beschaffungskosten bei Verlust entspricht. Der Lieferant tritt hiermit alle seine Zahlungsansprüche gegen den Versicherer an Prüftechnik ab, und Prüftechnik nimmt diese Abtretung an.
(4) Der Lieferant hat mit dem Beigestellten Eigentum vorsichtig und gefahrlos zu verfahren und Prüftechnik hinsichtlich jeglicher Ansprüche, Haftung, Kosten und Schäden, die aus dem Einbau, dem Gebrauch, der Aufbewahrung oder der Reparatur des Beigestellten Eigentums folgen oder damit in Zusammenhang stehen, schadlos zu halten. Prüftechnik ist berechtigt, während der gewöhnlichen Geschäftszeiten das Betriebsgelände des Lieferanten zu betreten und das Beigestellte Eigentum und diesbezügliche Aufzeichnungen zu kontrollieren.
(5) Der Lieferant stimmt zu, dass Prüftechnik das Recht zusteht, jederzeit und ohne Grund und Bezahlung das Beigestellte Eigentum zu entfernen oder dessen Herausgabe zu verlangen. Auf ein solches Verlangen von Prüftechnik hin, hat der Lieferant das Beigestellte Eigentum unverzüglich herauszugeben und für den Versand vorzubereiten oder an Prüftechnik zu liefern. Prüftechnik vergütet dem Lieferanten die angemessenen Lieferkosten. Der Lieferant hat kein Zurückbehaltungsrecht hinsichtlich Beigestellten Eigentums, weder wegen ausstehender Geldforderungen noch aus einem anderen Grund.
(6) Die Verarbeitung oder Umbildung Beigestellten Eigentums durch den Lieferanten erfolgt für uns. Sofern hierbei das Beigestellte Eigentum mit anderen, uns nicht gehörenden Sachen verarbeitet werden, erwerben wir das Miteigentum an einer neu entstehenden Sache im Verhältnis des Werts unseres Beigestellten Eigentums zu den anderen verarbeiteten oder umgebildeten Sachen im Zeitpunkt der Verarbeitung oder Umbildung.

§16 Einhaltung der Mindestlohnverpflichtung durch den Lieferanten
(1) Der Lieferant ist verpflichtet, (i) den Mindestlohn gemäß § 20 Mindestlohngesetz (MiLoG) an seine von ihm im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland beschäftigten Arbeitnehmer rechtzeitig im Sinne des § 2 MiLoG zu zahlen, (ii) entsprechend § 17 MiLoG Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit seiner Arbeitnehmer spätesten bis zu Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre, beginnend ab dem für die Aufzeichnung maßgeblichen Zeitpunkt, aufzubewahren, (iii) entsprechend § 16 MiLoG als Arbeitgeber mit Sitz im Ausland vor Beginn einer Werkleistung eine schriftliche Anmeldung in deutscher Sprache bei der zuständigen Behörde der Zollverwaltung vorzulegen; gültige Recht-verordnungen zur Meldepflicht gemäß § 16 MiLoG können angewendet werden.
(2) Verstößt der Lieferant schuldhaft gegen die Verpflichtungen aus § 16 (1), so ist Prüftechnik berechtigt, das Vertragsverhältnis mit dem Lieferanten unverzüglich ohne Einhaltung einer Frist zu kündigen, ohne dass es einer vorherigen Abmahnung bedarf.
(3) Der Lieferant stellt Prüftechnik auf erstes Anfordern von allen Ansprüchen Dritter frei, die auf einer Verletzung seiner Verpflichtungen aus dem Mindestlohngesetz oder auf der Verletzung der Verpflichtungen von ihm beauftragter Nachunternehmer/Verleiher aus dem Mindest-lohngesetz beruhen. Diese Freistellungsverpflichtung gilt sowohl für die zivilrechtliche Haftung als auch für Bußgelder, die wegen Verstößen des Lieferanten bzw. von diesem eingesetzter Subauftragnehmer/Verleiher gegen Prüftechnik verhängt werden. Die Freistellungverpflichtung gilt auch wegen der im Zusammenhang hiermit anfallenden Recht-verfolgungs- und Rechtverteidigungskosten, sofern die geltend gemachten Ansprüche und Forderung auf einer behaupteten Verletzung der dem Lieferanten oder eine von diesem eingesetzten Nachunternehmers aufgrund des Mindest-lohngesetztes obliegenden Pflichten beruhen. Die Verpflichtung zur Freistellung gilt ausdrücklich auch gegenüber Ansprüchen von Sozialversicherungs-träger und Finanzbehörden.

§17 Ursprungsnachweis, Exportbeschränkungen
(1) Von uns angeforderte Ursprungsnachweise wird der Lieferant mit allen erforderlichen Angaben versehen und uns ordnungsgemäß unterzeichnet unverzüglich zur Verfügung stellen.
(2) Der Lieferant ist verpflichtet, uns über etwaige Genehmigungspflichten oder Beschränkungen bei (Re-)Exporten seiner Güter gemäß deutschen, europäischen, US Ausfuhr- und Zollbestimmungen sowie den Ausfuhr- und Zollbestimmungen des Ursprungslandes seiner Güter in seinen Geschäftsdokumenten zu unterrichten und für genehmigungspflichtige Güter folgende Informationen rechtzeitig vor der ersten Lieferung an Prüftechnik zu senden:
a.    Prüftechnik Materialnummer,
b.    Warenbeschreibung,
c.    Alle anwendbaren Ausfuhrlistenummern einschließlich der Export Control Classification Nummer gemäß U.S. Commerce Control List (ECCN),
d.    Handelspolitischer Warenursprung,
e.    Statistische Warenummer (HS-Code),
f.    einen Ansprechpartner in seinem Unternehmen zur Klärung etwaiger Rückfragen.
(3) Der Lieferant ist verpflichtet, uns unverzüglich über etwaige Änderungen der Genehmigungspflichten seiner an uns gelieferten Güter aufgrund technischer, gesetzlicher Änderungen oder behördlicher Feststellungen zu unterrichten.
(4) Der Lieferant hat unverzüglich alle Unterlagen und andere Angaben vollständig zu beschaffen, die gemäß den Zollvorschriften oder anderen anwendbaren staatlichen Regelungen erforderlich sind, insbesondere (i) Zollrückvergütungsunterlagen, (ii) Ursprungsnachweise bzw. Präferenzursprungs-erklärung, (iii) Langzeitlieferantenerklärung gemäß 2015/2447 (UZK-IA) sowie (iv) sämtliche andere Angaben, die sich auf die handels- oder präferenz-rechtliche Herkunft der Waren und Materialien, die darin enthalten sind, beziehen.

§18 Geheimhaltung
(1) Sofern wir mit dem Lieferanten eine separate Geheimhaltungsvereinbarung geschlossen haben, gilt diese entsprechend für alle Informationen, die im Zusammenhang mit einer Lieferung, Leistung oder anderweitig offengelegt werden. In allen anderen Fällen gelten die folgenden Regelungen:
(2) Der Lieferant hat alle Abbildungen, Zeichnungen, Schablonen, Berechnungen, Unterlagen und sonstigen Unterlagen und Informationen, die ihm im Zusammenhang mit der Lieferung in mündlicher, schriftlicher oder sonstiger Form offengelegt und als vertraulich gekennzeichnet oder bezeichnet wurden bzw. aus ihrem Wesen heraus vertraulich sind (“Vertrauliche Informationen”), geheim zu halten. In Zweifelsfällen ist davon auszugehen, dass die betreffenden Informationen als Vertrauliche Informationen anzusehen sind. Dies gilt nicht für Informationen, die (i) allgemein bekannt sind oder rechtmäßig öffentlich zugänglich gemacht werden, (ii) dem Lieferanten rechtmäßig bekannt waren, bevor er sie von uns erhalten hat, (iii) der Lieferant ohne Rückgriff auf oder Verwendung der von uns erhaltenen Informationen selbständig entwickelt hat, (iv) der Lieferant rechtmäßig und ohne Verpflichtung zur Geheimhaltung von Dritten, die diese Information ihrerseits rechtmäßig und ohne Verpflichtung zur Geheimhaltung erworben haben, erhalten hat, (v) der Lieferant aufgrund gesetzlicher, behördlicher oder gerichtlicher Anordnung offenzulegen hat; in diesem Fall hat er uns vor der Offenlegung zu informieren und den Umfang einer solchen Offenlegung soweit wie möglich einzuschränken. Der Lieferant darf die Vertraulichen Informationen Dritten nur mit unserer ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung bekannt- oder weitergeben. Die Weitergabe der Vertraulichen Informationen an Mitarbeiter ist nur in dem Umfang gestattet, wie dies zur Durchführung der dem Lieferanten obliegenden vertraglichen Pflichten erforderlich ist.
(3) Die Geheimhaltungsverpflichtung gilt auch zeitlich unbegrenzt nach vollständiger Abwicklung der Lieferungen. Der Lieferant darf Vertrauliche Informationen nicht für über die Vertragsdurchführung hinausgehende eigene Zwecke nutzen. Dem Lieferanten sind werbliche Hinweise, gleich welcher Art und Umfang, auf die zwischen uns und dem Lieferanten bestehende Geschäftsbeziehung, insbesondere Referenzkundenbenennungen, nur mit unserer ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung gestattet. Der Lieferant haftet für sämtliche Schäden, die uns aus seiner Verletzung der vorbenannten Geheimhaltungsverpflichtungen entstehen.

§19 Compliance
(1) Der Lieferant verpflichtet sich, innerhalb der Geschäftsverbindung mit uns weder im geschäftlichen Verkehr noch im Umgang mit Amtsträgern Vorteile anzubieten oder zu gewähren bzw. zu fordern oder anzunehmen, die gegen geltende Antikorruptions-vorschriften verstoßen.
(2) Der Lieferant verpflichtet sich, innerhalb der Geschäftsverbindung mit uns keine Vereinbarungen oder aufeinander abgestimmten Verhaltensweisen mit anderen Unternehmen zu treffen, die eine Verhinderung, Einschränkung oder Verfälschung des Wettbewerbs gemäß den geltenden Kartellrechts-vorschriften bezwecken oder bewirken.
(3) Der Lieferant wird die jeweiligen gesetzlichen Regelungen zum Umgang mit Mitarbeitern, Umweltschutz und Arbeitssicherheit einhalten und daran arbeiten, bei seinen Tätigkeiten nachteilige Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu verringern. Hierzu wird der Lieferant im Rahmen seiner Möglichkeiten ein Managementsystem nach ISO 14001 einrichten und weiterentwickeln. Weiter wird der Lieferant die Grundsätze der Global Compact Initiative der UN beachten, die im Wesentlichen den Schutz der internationalen Menschenrechte, die Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit, die Beseitigung von Diskriminierung bei Einstellung und Beschäftigung, sowie die Verantwortung für die Umwelt betreffen (www.unglobalcompact.org).
(4) Bei einem Verdacht eines Verstoßes gegen die Verpflichtungen aus Ziffer (1) und (2) sowie §16 hat der Lieferant mögliche Verstöße unverzüglich aufzuklären und uns über die erfolgten Aufklärungsmaßnahmen zu informieren. Erweist sich der Verdacht als begründet, muss der Lieferant uns innerhalb einer angemessenen Frist darüber informieren welche unternehmensinternen Maßnahmen er unternommen hat, um zukünftige Verstöße zu verhindern. Kommt der Lieferant diesen Pflichten nicht innerhalb einer angemessenen Frist nach, behalten wir uns das Recht vor, von Verträgen mit ihm zurückzutreten oder diese mit sofortiger Wirkung zu kündigen.
(5) Bei schwerwiegenden Gesetzesverstößen des Lieferanten und bei Verstößen gegen die Regelungen in den Ziffern (1) bis (3) behalten wir uns das Recht vor, von bestehenden Verträgen zurückzutreten oder diese fristlos zu kündigen.

§20 Beachtung rechtlicher Vorgaben
(1) Der Lieferant hat in eigener Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass die von ihm zu liefernden Waren oder Teile davon, allen anwendbaren Gesetzen, Richtlinien, Verordnungen oder sonstigen öffentlich-rechtlichen Bestimmungen und Vorschriften von Behörden und Berufsgenossenschaften entsprechen.
(2) Der Lieferant stellt uns bei festgestellten und von ihm zu vertretenden Verstößen gegen eine in dieser AEB genannten Bestimmungen von jeglicher Haftung und Verantwortung im Außenverhältnis, gleich aus welchem Rechtsgrund, ausdrücklich frei und trägt im Falle der Zuwiderhandlung sämtliche uns daraus entstehenden Schäden.


§21 Erfüllungsort, Rechtswahl, Gerichtsstand

(1) Erfüllungsort für die Pflichten des Lieferanten ist die in der Bestellung genannte Versandanschrift.
(2) Dieser Vertrag unterliegt dem Recht der Bundesrepublik Deutschland (unter Ausschluss des UN-Kaufrechts CISG). Wir sind jedoch nach unserer Wahl auch berechtigt, den Lieferanten an seinem allgemeinen Gerichtsstand zu verklagen.
(3) Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist München.
(4) Im Falle von Unklarheiten gilt die deutsche Fassung unserer AEB als allein verbindlicher Text für die rechtliche Wirksamkeit und Auslegung der AEB.

§22 Sonstiges
(1) Die Änderung der Firma des Lieferanten, die Verlegung seines Geschäftsbetriebes und ein Wechsel des Inhabers oder der Gesellschafter des Lieferanten sind uns unverzüglich anzuzeigen.
(2) Personen, die in Erfüllung des Vertrages Arbeiten im Werkgelände ausführen, haben die Bestimmungen der jeweiligen Betriebsordnung zu beachten. Die Haftung für Unfälle, die diesen Personen auf dem Werkgelände zustoßen, ist ausgeschlossen, soweit diese nicht durch vorsätzliche oder grob fahrlässige Pflichtverletzung unserer gesetzlichen Vertreter oder Erfüllungsgehilfen verursacht wurde.

§23 Salvatorische Klausel
(1) Sollte eine oder mehrere der vorstehenden Bestimmungen unwirksam sein oder werden, so wird davon die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht betroffen.